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Gast
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Willkommen

Vor Handys, vor GPS, vor gedruckten Karten überquerten Menschen Kontinente mit zwei Werkzeugen: der Sonne und einem Kompass.

Heute lernst du dieselben Fähigkeiten, die sie nutzten. Diese Werkzeuge haben einen großen Vorteil gegenüber einem Handy: Sie gehen nie der Batterie aus.

Am Ende dieser Lektion wirst du in der Lage sein, ohne Technologie Norden zu finden, eine topografische Karte zu lesen und ruhig zu bleiben, wenn deine Werkzeuge nicht übereinstimmen.

Lass uns beginnen.

Warm-up

Los geht’s!

Stell dir vor: Du bist auf einem Pfad. Du hast eine falsche Abzweigung genommen. Der Weg vor dir sieht unbekannt aus.

Wie würdest du versuchen, den Weg zurück zu einem Ort zu finden, den du erkennst?

Dein kostenloser Kompass: Die Sonne

Der Sonnenweg am Himmel: morgens Osten, mittags Süden (Nordhalbkugel), nachmittags Westen

Die vier Himmelsrichtungen

Jede Karte und jeder Kompass verwendet vier grundlegende Richtungen: Norden (N), Süden (S), Osten (O), Westen (W).

Eselsbrücke: Never Eat Soggy Waffles („Niemals nasse Waffeln essen“), im Uhrzeigersinn von oben beginnend.

Auch ohne Kompass hast du jeden Tag einen kostenlosen Richtungsfinder am Himmel.

Die Sonne geht im OSTEN auf und im WESTEN unter. Das gilt überall auf der Erde, jeden Tag.

Stelle dich der Morgensonne zugewandt auf: Osten ist vorne, Westen ist hinten, Norden ist links, Süden ist rechts (auf der Nordhalbkugel).

Nutze die Sonne

Du hast dich am Morgen verlaufen und dein Handy ist leer.

Aus welcher Richtung geht die Sonne auf, und in welche Richtung geht sie unter?

Teile eines Kompasses

Beschrifteter Grundplattenkompass: Marschrichtungspfeil, Grundplatte, Magnetnadel, drehbare Lünette, Orientierungspfeil

Wie ein Kompass funktioniert

Ein Magnetkompass hat eine frei schwebende Nadel, die immer auf magnetischen Norden zeigt.

Das rote Ende der Nadel ist immer das Nordende.

Ein Grundplattenkompass hat folgende Teile:

- Richtungspfeil auf der Grundplatte — zeigt dorthin, wo du hinmöchtest

- Drehbarer Kompassring mit N, E, S, W markiert — drehe ihn, um eine Peilung einzustellen

- Orientierungspfeil im Kompassring — wenn du die Nadel darin „einrahmst“, bist du ausgerichtet

Ein kleiner Hinweis: Magnetischer Norden und geographischer Norden unterscheiden sich um einen Winkel namens Deklination, den eine echte topografische Karte angibt. Für den Gartenbereich ist der Unterschied gering.

Wohin zeigt das rote Ende?

Stell dir einen Kompass mit Grundplatte flach in der Hand vor. Die Nadel kommt zur Ruhe.

In welche Richtung zeigt das rote Ende einer Kompassnadel?

Karten mit Höhenangaben

Zwei Draufsichten eines Geländes mit Höhenlinien: enge Linien = steile Klippe, weit auseinander = flacher Hang

Topografische Karten

Eine topografische Karte (oder Topo-Karte) zeigt nicht nur, wo sich Dinge befinden, sondern auch, wie hoch sie sind.

Sie verwendet Höhenlinien — jede Linie verbindet alle Punkte auf derselben Höhe.

Stell dir vor, das Gelände wird horizontal in Abständen von jeweils 20 Fuß Höhe geschnitten. Jeder Schnitt entspricht einer Höhenlinie.

Die zentrale Erkenntnis: Wenn die Linien auf der Karte eng beieinander liegen, ändert sich die Höhe über eine kurze Strecke schnell. Das bedeutet steiles Gelände, vielleicht eine Klippe.

Wenn die Linien weit auseinander liegen, ändert sich die Höhe langsam. Das bedeutet sanfte Steigung, einfaches Gehen.

Eine topografische Karte enthält außerdem:

- Legende — erklärt, was jedes Symbol bedeutet

- Maßstab — wie die Entfernung auf der Karte der Entfernung auf dem Gelände entspricht

- Nordpfeil — Karte so ausrichten, dass oben Norden ist

Was bedeuten enge Linien?

Du klappst deine topografische Karte auf. Du siehst eine Stelle, an der die Höhenlinien dicht beieinander liegen.

Was sagt dir das über das Gelände dort?

Vertrauen, aber überprüfen

Die Wilderness-Regel

Echte Navigation scheitert selten, weil der Kompass lügt. Sie scheitert, weil jemand EINER Messung vertraut hat und aufgehört hat zu prüfen.

Triangulieren — nutze mehrere Quellen. Wenn Kompass, Wegzeichen und Landmarken alle übereinstimmen, bist du orientiert. Wenn zwei von drei übereinstimmen, verlasse dich auf diese beiden, bleib aber wachsam.

Achte auf Kompassstörungen. Metallgürtelschnallen, Handys, Stromleitungen und Bewehrungsstahl können alle die Magnetnadel ablenken. Tritt einen Schritt zurück und prüfe erneut.

STOP ist die Wilderness-Regel, wenn man sich verlaufen hat: Stopp, Think, Observe, Plan. Schneller zu laufen macht das Verlaufen meist schlimmer.

Wenn du unsicher bist: setz dich hin, trink Wasser, iss einen Snack, schau auf die Karte und frag dich, was du wirklich sicher weißt.

Kompass vs. Wegweiser

Du wanderst. Dein Kompass zeigt in eine Richtung als Norden. Ein Wegweiser zeigt in die entgegengesetzte Richtung.

Was machst du? Wähle eine Option und erkläre.

Eine Fertigkeit, diese Woche

Wähle eine Fertigkeit

Eine Fertigkeit zu kennen ist das eine. Sie zu üben ist es, was sie verankert.

Wähle eine Navigationsfertigkeit, die du diese Woche üben möchtest — in deinem Garten, auf einem Trail oder einfach beim Betrachten einer Papierkarte.

Welche Fertigkeit wirst du üben — Norden mit der Sonne finden, einen Kompasskurs nehmen oder Höhenlinien lesen?